Die aktuelle Diskussion um Martin Winterkorn wirft die Frage auf, ob der Ex-Manager einerseits gegenüber seinem ehemaligen Arbeitgeber VW für die Folgen des Diesel-Skandals haften muss. Andererseits schreiben verschiedene Medien, dass dem einst wohl bestbezahlten Manager Deutschlands der finanzielle Ruin droht. Was ist dran?

In einem Interview mit dem Fachmagazin Juve beurteilt Franz Held, Mitglied der Geschäftsleitung, die Situation für Winterkorn als heikel: Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, kann es schon sein, dass ein großer Teil des Schadens bei ihm hängen bleibt. Entscheidend sei vor allem, ob sich der frühere VW-Vorstandschef eine wissentliche Pflichtverletzung ankreiden lassen muss. In diesem Fall würden auch die D&O-Versicherer nicht mehr einspringen, wenn es darum geht, die finanziellen Folgen für Winterkorn abzumildern.

Ohnehin seien die im Markt kolportieren Schutzleistungen im Umfang von 500 Millionen Euro wohl unzureichend. Angesichts des Ausmaßes und des Schadenpotenzials von mehr als 20 Milliarden Euro ist eher davon auszugehen, dass Winterkorn den Löwenanteil tatsächlich aus eigener Tasche wird zahlen müssen. Das schreibt Held in einem Gastkommentar für Versicherungswirtschaft heute.

Winterkorn gefährdet D&O-Schutz für Kollegen

Fürchten muss sich demnach nicht nur die Top-Etage des VW-Managements. Auch Verantwortliche in Organfunktionen beispielsweise von kleineren Tochtergesellschaften sind nicht mehr sicher. Das liegt an der auch für die beteiligten Versicherer dramatischen Ausnahmesituation und den immensen Kosten allein für den Rechtsstreit vor Gericht. Die Deckungssumme aus der D&O-Versicherung dürfte verbraucht sein. Wer nicht privat vorgesorgt hat, steht im Regen, falls diejenigen sich plötzlich selbst mit dem Vorwurf eines Pflichtverstoßes konfrontiert sehen.

In Deutschland ist die Managerhaftung besonders streng geregelt. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Manager sich freibeweisen müssen, wenn der Vorwurf eines Pflichtverstoßes im Raum steht. Häufig lässt sich der Streit, bei dem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer plötzlich als Anspruchsgegner begegnen, außergerichtlich beilegen. Das dürfte auch wegen der Außeralltäglichkeit des Diesel-Skandals bei VW vermutlich nicht gelingen. Erfahrungsgemäß führt dieser, meist durch einen D&O-Versicherer vermittelte Weg aber zu einer gesichtswahrenden Einigung.

Wer sich selbst optimal schützen möchte, sollte unabhängig von einer Unternehmens-D&O eine zusätzliche Absicherung in Erwägung ziehen. VOV bietet dafür beispielsweise eine individuelle D&O-Versicherung an: ChefSache sorgt mit auskömmlichen Deckungssummen und einem exklusiven Expertentelefon für bestmöglichen Schutz.